
| SIGNALS IN NOISE | |
|---|---|
| Zeit |
Donnerstag 26. Februar 2026
19:00 – 22:00 |
| Venue |
Rote Fabrik Zürich / Aktionshalle
Seestrasse 395 8038 Zürich |
| Genre | Konzert |
| Teilnehmende | |
| Programm | AUF DER BÜHNE Ensemble Vortex: Anne Gillot – Paetzold-Flöte / Bassklarinette, Romane Bouffioux – Schlagzeug, Rada Hadjikostova – Violine, Benoît Morel – Viola, Aurélien Ferrette – Cello, Arturo Corrales – Klangregie / Live-Elektronik PROGRAMM Daniel Zea: «Desplazados» (2016) |
| Beschreibung | Die BIOGRAFIEN DER KÜNSTLER:INNEN gibt es unter diesem Link. Die WERKKOMMENTARE gibt es weiter unten auf dieser Seite. Die Eröffnung des SONIC MATTER Festivals 2026 lädt dazu ein, sich einen Abend lang durch einen Strom wandelbarer Welten tragen zu lassen. Zu Gast sind das Genfer Ensemble Vortex und das schwedisch-vietnamesische Quartett The Six Tones. Beide widmen sich seit rund 20 Jahren dem Experiment mit der eigenen Musiktradition und nehmen dabei immer wieder den Zeitgeist unter die Lupe. «Signals In Noise» ist eine Reise durch dessen Doppelbödigkeiten: Das Programm erkundet mit insgesamt acht Stücken virtuelle Fluchtrouten, an deren Ende reale Menschen stehen, ebenso wie die Veränderlichkeit von Rollenbildern, die Verheissungen und Absurditäten des Wellness-Kults sowie düsteren Zeichen, die sich am Ende in Luft auflösen. TICKETS INFO & BARRIEREFREIHEIT Die Veranstaltung kann zu jeder Zeit verlassen und wieder betreten werden. Es gibt Passagen mit besonders lauten Momenten und schnellen Lichtwechseln. Die Rote Fabrik Zürich / Aktionshalle ist rollstuhlgängig. KOOPERATION Rote Fabrik Zürich |
| Programm | WERKKOMMENTARE Daniel Zea: «Desplazados» (2016) Ich hatte zwei ästhetische und politische Beweggründe für die Komposition dieses Werks: Migrant:innen und die Entfremdung des zeitgenössischen Individuums durch die Technologie. Die Rettungsdecke – Klangquelle und Musikinstrument zugelich – ermöglicht es, ein fragiles Bild zu schaffen. Ein Spiegelbild der «Migrant:innen», eine einhüllende Musik, eine Choreografie der Erschütterungen. Die Transformation des Klangs der Rettungsdecken schafft eine musikalische Entwicklung, die von einem Flüstern ausgeht und allmählich zu eindringlichen Klangmassen führt, die an Wasser, Katastrophen und Notfälle erinnern. The Six Tones / Traditional: «Dạ Cổ Hoài Lang» (2026) The Six Tones präsentieren eine Reihe von Kompositionen und Improvisationen, die sich mit traditioneller vietnamesischer Musik und Theater auseinandersetzen. Am Eröffnungsabend des SONIC MATTER Festivals führt das Ensemble unter anderem «Đào Tam Xuân» auf – ein Werk, das ursprünglich für einen Tanzfilm aus dem Jahr 2013 geschaffen wurde und für Live-Performance mit Solotänzerin, Video, Ensemble und Elektronik neu arrangiert wurde. Das Stück greift auf das vietnamesische Tuồng-Theater zurück, in dem die Geschichte einer Generalin dem Originalstück eine proto-feministische Dimension verleiht. Durch einen dekonstruktivistischen Ansatz verwandeln The Six Tones die strukturellen Prinzipien der vietnamesischen Musik – wie Vibrato-Arten oder die besondere Intonation in einem bestimmten Modus – in kompositorische Parameter und versuchen so, diesen alten Traditionen neues Leben einzuhauchen. Anna Korsun: «Sottilissime» (2019) Eine feinfühlige Kontemplation über leise Klänge und das Zuhören. Rama Gottfried: «Apophänie» (2016/17) «Apophänie» bezeichnet die Tendenz des menschlichen Geistes, in zufälligen Daten Muster zu erkennen. Das kann so harmlose Wahrnehmungen bedeuten wie das Erkennen von Formen in Wolken, aber auch die Form einer wahnhaften Psychose annehmen, bei der Zusammenhänge in Ereignissen gesehen werden, die möglicherweise gar nichts miteinander zu tun haben. In «Apophänie» werden wir in eine Performance-Umgebung eingeführt, die aus mehreren Bewegungsebenen in unterschiedlichen Massstäben besteht. Lebensgrosse Performer:innen auf der Bühne sind mit biologischen Wesen verbunden, die in einem mikroskopischen Theater auftreten. Das Geschehen findet direkt vor unseren Augen statt, ist jedoch knapp ausserhalb unseres Blickfeldes und nur durch unvollständige, angedeutete Informationen von der Bühne sowie durch die digitale Tonverstärkung und Videoprojektion wahrnehmbar. Eva Reiter: «Tourette» (2008) Ein Virtuoser Parforceritt für eine selten erklingendes Instrument. Henrik Frisk: «Drinking» (2014) «Drinking» baut auf einem Konzept von Bill Brooks und «A Drinking Song» von W. B. Yeats auf: «After Yeats» ist keine Partitur für eine Aufführung, sondern eher eine Methode zur Erstellung einer Partitur; es überträgt W. B. Yeats’ Methode der poetischen Deklamation auf andere Sprachen als Englisch. «After Yeats» beschreibt eine Zusammenarbeit zwischen einem Performer und einem Komponisten. Der Performer trägt ein Gedicht von Yeats in Übersetzung vor und begleitet sich dabei selbst auf einem Zupfinstrument. Der Komponisten beobachtet und verstärkt aus der Distanz die Deklamation und ihre Wirkung. «Drinking» ist ein eigenständiges Beispiel für die Metakomposition «After Yeats». Romane Bouffioux: «Audible Survie Méditative Rasante (asmr)» (2023) für drei Performer:innen Ich bin fasziniert von ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response). Sie ist faszinierend, weil sie so seltsam ist wie ein Film, der einen in seinen Bann zieht, aber zugleich Unbehagen auslöst. Haben Sie sich schon einmal auf YouTube die schiere Anzahl an Videos über ASMR und die Millionen von Aufrufen angesehen, die sie erzielen? Alles kann ASMR sein, man bewegt sich von einem Extrem zum anderen, «vom Huhn zum Esel», wie wir auf Französisch sagen: Tutorials für Tattoo-Make-Up, Videos, die beim Einschlafen helfen, Geschichtsunterricht, Arztbesuche, Produkt-Unboxings, Friseurtermine ... Kurz gesagt, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. |
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| Photo Credit | Video-Still: Rama Gottfried «Apophänie» feat. Ensemble Vortex |
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